Rhumequelle
Rhumequelle
Die Rhumequelle gilt als eine der ergiebigsten Karstquellen Mitteleuropas. Zugleich ist die größte Quelle im gesamten europäischen Raum. Der trichterförmige Quellkopf mit seinen zahlreichen Nebenquellen ist mit einer Quellschüttung von 2.000 Litern pro Sekunde die drittstärkste Quelle, nach Aachtopf und Blautopf, in Deutschland. Theoretisch könnte jeder Einwohner Deutschlands über 2 Liter pro Tag aus der Quelle erhalten. Der Sage nach erschien hier die Nixe Rhuma als Wasserstrom an der Erdoberfläche. Daher der Name.
Im südlichen Vorland des norddeutschen Mittelgebirges „Harz“, am Rande des rund 2.000 Einwohner zählenden Eichsfeld-Ortes Rhumspringe, entspringt in idyllischer Lage eine der größten und wasserreichsten Karst-Quellen Europas, die Rhumequelle.
Hier befindet sich der Sage nach das Reich der Nixe Rhuma, die einst den jungen Riesen Romar aus der verfeindeten Burg am Römerstein liebte, einen Knaben gebar und deswegen von ihrem Vater wutentbrannt in eine Höhle verbannt wurde. Erst nach vielen Jahren gelang es Rhuma, auf unterirdischen Wegen dem Einflussbereich des Vaters zu entrinnen und als Wasserstrom ans Tageslicht zu gelangen. Diese Stelle nennt man noch heute die „Rhumequelle“. Zur Erinnerung wird in Rhumspringe alle zwei Jahre jeweils im Herbst eines der zahlreichen hübschen Mädchen des Ortes zur „Nixe Rhuma“ erkoren.
Auf Grund ihrer einmaligen Lage und Besonderheit dient die Quelle und ihre Umgebung vielen Tierarten (z.B. Pirol Eisvogel, Wasseramsel) als Rückzugs- und Nahrungsgebiet oder kühler Wohnplatz (u.a. Regenbogenforelle, Äsche). Die im Naturerlebniszentrum auf Gut Herbigshagen in ca. 10 km Entfernung beheimatete Heinz-Sielmann-Stiftung dokumentiert ergänzend zu den Schautafeln im Quellumfeld die Flora und Fauna der Rhumequelle.
Vielleicht entdecken Sie bei Ihrem etwa 5 Min. dauernden Rundgang das scheue Blesshuhn oder die gerade geschlüpften kleinen Wildenten bei ihrem traulichen Spiel. Diese Jahrhunderte alte Idylle erlebten schon Jäger und Sammler der Steinzeit. Scherben von bandkeramischen Gefäßen aus der Zeit um 5000 bis 4200 v. Chr., gefunden in der Quelle bei Renaturierungsarbeiten 1998/99, sind die ältesten Zeichen einer frühen Zivilisation. Sie werden an dieser Stätte des Quellopferkultes ergänzt durch eine Beilklinge (ca. 4000 v. Chr.), das Bruchstück einer Fibel, einer Art Brosche (100 v. Chr.) und Scherben aus dem Mittelalter.
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Deutschland
Rhumspringe
37434
Rhumequelle