Dorfmühle Bollstedt
Dorfmühle Bollstedt
Die Dorfmühle liegt an der linken Seite der Unstrut und wird auch wegen ihrem Gewerke Ölmühle genannt. Standort ist die Höngedaer Straße 14. Der Stichkanal vom Mühlenarm zur Unstrut wurde in den letzten Jahren zu einer Fischtreppe ausgebaut.
Im Jahre 1258 verkaufen Hugo und Johannes de Widense, Bürger zu Mühlhausen, mit Bewilligung des Rats 13 Hufen Land, eine Mühle und eine Mühlstätte in und vor Bollstedt dem Kloster Volkenroda zu 154 Mark Silber.
Die Mühle besitzt 1824 zwei Mahlgänge und einen Ölgang, das Gefälle beträgt 1 ¼ Elle 2 Zoll (0,75 Meter). Carl Eisenhardt ist 1864 der Besitzer der Dorfmühle, es sind drei Wasserräder im Einsatz und es soll ein neuer Merkpfahl gesetzt werden. Alfred Tautenhahn ist 1887 bis 1888 als Müller in der Bollstedter Mühle genannt.
Das Mühlengebäude im Industriegebäude-Charakter wird 1905 erbaut. Im Jahre 1923 ist Paul Hirschfeld der Inhaber der Firma Chr. Eisenhardt in der Mühle Bollstedt. Laut Wasserbucheintragung vom 1924 sind zwei unterschlächtige Wasserräder von je 4,50 Meter Durchmesser und je 1,60 Meter lichte Weite angegeben. Seit 1926 gibt es zwei Turbinen in der Mühle. Hierbei handelt es sich um regulierbare Schacht-Francis-Turbinen mit horizontaler Lagerung. Sie haben gemeinsam eine Nennleistung von 30 KW. 1991 wird die 20-kW-Turbine wieder in Gang gesetzt und 1998/99 wird eine aus der Mühle Horsmar übernommene 10-kW-Turbine in Betrieb genommen. Diese Turbinen dienen heute noch der Stromerzeugung. Bis in die 1960er Jahre war die Mühle noch in Betrieb. In den siebziger Jahren war noch das Mahlwerk vorhanden. Durch die trockenen Sommer 2018 und 2019 und bedingt durch das daraus entstandene Niedrigwasser der Unstrut samt Mühlgraben, ist der noch vorhandene Merkpfahl (auch Sicherpfahl genannt) vor der Bollstedter Mühle für einige Tage wieder sichtbar geworden.
Details
Deutschland
Mühlhausen OT Bollstedt
99998
Höngedaer Straße 14