Ordensburg Liebstedt
Ordensburg Liebstedt
Die einzige erhaltene europäische Durchgangsburg
Die Burg Liebstedt wurde ursprünglich im 10. Jahrhundert erbaut. Die einflussreiche Ritterfamilie von Liebstedt übergab 1331 die Wasserburg an den Deutschen Ritterorden, der hier eine Komturei (Verwaltungsbezirk) errichtete.
Die geistlichen Ritterorden waren eine Verbindung des mönchischen und ritterlichen Geistes des Mittelalters. Sie entstanden während der Kreuzzüge. Der jüngste Orden war der Deutsche Ritterorden. 1809 löste Napoleon den Orden auf.
Nach Abzug der Franzosen diente das Schloss als Kammergut des Königshauses Sachsen. Mit der Gründung Thüringens 1920 wurde es Staatsgut, danach Stiftsgut der Uni Leipzig und später volkseigen.
Liebstedt lag früher an einer alten wichtigen Handelsstraße (Kupferstraße). Sie verband Venedig im Süden mit Hamburg im Norden. Die Reisenden mussten bei Nutzung des Handelsweges unmittelbar durch das Burginnere.
Die Ordensburg mit Vor- und Kernburg, umschlossen von einem Dreifach-Graben-Wallsystem, das die Ortslage mit einbezog, ist die einzige komplett erhaltene Kreuzritterburg des Ordens in Thüringen. Allein das unterstreicht ihre geschichtliche und bauliche Bedeutung.
Vor Kurzem hat ein Besitzerwechsel stattgefunden. Daher wird die Burg im Augenblick nicht touristisch genutzt und ist nicht öffentlich zugänglich.
Details
Deutschland
Ilmtal-Weinstraße OT Liebstedt
99510
Berggasse 95