Wielandgut Oßmannstedt – Museum. Akademie. Forschungsstelle.
Wielandgut Oßmannstedt – Museum. Akademie. Forschungsstelle.
In westlichen Teil von Oßmannstedt, direkt am Ilmtal-Radweg, liegt das Wielandgut.
Christoph Martin Wieland
Wieland lebte von 1733 bis 1813, war einer der höchsthonorierten Schriftsteller Deutschlands und einer der einflussreichsten Autoren der Aufklärung.
1772 berief die Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar Wieland als Erzieher des Erbprinzen Carl August nach Weimar. Sein literarisches und publizistisches Schaffen leitete die Epoche der Weimarer Klassik ein.
Aufs Land
Im Jahr 1797 war Wieland jedoch des Lebens am Hofe überdrüssig und so kaufte er sich in Oßmannstedt ein Gut für 22.000 Taler, das der Reichsgraf Heinrich von Bünau 1762 erbauen ließ. Er wollte sich hier seine “Insel des Glücks und des Friedens” “von aller Abhängigkeit frei” aufbauen.
Der angrenzende Park war ursprünglich eine prächtige Gartenanlage französischen Stils, mit Terrassen, Wasserspielen und zahlreichen Bassins, der unter Herzogin Anna Amalia ausgebaut wurde.
1775 ließ man ihn umbrechen und führte das Gut der landwirtschaftlichen Nutzung zu. Einen Eindruck von der ursprünglichen repräsentativen Gestaltung geben heute noch das Brunnenhaus mit großem Wasserbecken. Die barocke Grottenanlage mit dem delphinförmigen Wasserspeier ist mit historisch gestalteten Blumenbeeten umgeben.
Bis 1803 war hier Wielands Schaffens- und Lebensmittelpunkt. Der Tod seiner Gattin 1800 und die finanzielle Belastung durch das Gut bewogen ihn, das Gut zu veräußern und wieder in Weimar zu wohnen. Dort gehörte er dem Kreis der Herzogin Anna Amalia bis zu deren Tod an.
Seinem Wunsch gemäß fand Wieland 1813 seine letzte Ruhestätte an der Seite seiner Frau und Sophie Brentanos im Oßmannstedter Gutspark. Wielands kurzer Aufenthalt in Oßmannstedt und sein Begräbnisplatz im Park haben dem nur sechs Hektar großen Gut zu weitreichender Bedeutung verholfen.
Zum Gedenken
Seit 1991 gehört das Wielandgut zum Besitz der Klassik Stiftung Weimar.
Heute kann man das sanierte Gut mit der Wieland-Gedenkstätte besichtigen. Das multimediale Museum gibt Einblick in Wielands Leben, Werk und Wirken. Zu den Exponaten zählen Möbel und Interieur aus seinem Besitz, Plastiken, Gemälde, Grafiken und Bücher.
Außerdem wurde eine europäische Jugendbegegnungsstätte zu literarischen, philosophischen und historischen Themen eingerichtet.
Details
Deutschland
Ilmtal-Weinstraße OT Oßmannstedt
99510
Wielandstraße 16